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Winzer, die es bis in die Belle Étage geschafft haben und die man zu Recht zur Weinelite zählt, haben vieles gemeinsam: sorgsamer Umgang mit der Natur und mit den Reben, mehr noch aber der Ehrgeiz und das Wissen, dass man es noch besser machen kann. Eines der großen Geheimnisse steckt in der Natur selbst, den Unwägbarkeiten im Vegetationsverlauf. Selten bis nie verläuft das Jahr bis zur Traubenernte für den Winzer optimal. Das macht den Beruf so spannend und das Endprodukt in der Flasche für den Weinfreund so reizvoll.

Die Qualität eines Weines entsteht im Weinberg. Voraussetzungen dafür sind ein guter Boden, gut durchlüftet. Für die Arbeit dort hat sich Hans Hengerer leichtere Maschinen angeschafft, um den Bodendruck zu vermindern. Das ist der Anfang seiner „Hausphilosophie“: es sind immer Kleinigkeiten, die verbesserungswürdig sind. Wer wie Hengerer mitten im Weinberg wohnt, versucht im Einklang mit der Natur zu leben, er beobachtet sie, kann schnell handeln, wenn es nötig ist.

Sieben mal im Jahr sind die Altvorderen bis zur Lese um ihren Weinberg gegangen. Das reicht heute längst nicht mehr. Arbeitsaufwändig ist die Flachbogenerziehung und die dichte Bepflanzung. Obwohl die Reben im Heilbronner Unterland unter klimatisch günstigen Bedingungen gedeihen, „müssen sie zueinander in Konkurrenz stehen, damit sie Kraft und Körper kriegen“, sagt Hengerer. Obligatorisch schon, dass die Trauben während ihres Wachstums halbiert werden. Sie bleiben gesünder.

Von Hand gelesen wird das Traubengut auf einem Förderband nochmals sortiert, ehe aus ihm der Saft gepresst wird. Bei den weißen Sorten geschieht die Vinifizierung über den biologischen Säureabbau, bei den roten über die Maischegärung. Weine aus dem Hause Kistenmacher-Hengerer brauchen viel Zeit. Zeit ist ein Teil von Hans Hengerers Hausphilosophie oder wie es Louis Pasteur formulierte: In einer Flasche Wein steckt mehr Fantasie, als in allen Büchern dieser Welt.(Ende)