Korken, Glasstopfen & Co.

Weinverschlüsse gibt es viele, aber Kork ist immer noch der favorisierte Weinverschluss weltweit. Rund 80 Prozent aller Weine landen in Flaschen, die mit Naturkork verschlossen sind. Aufgrund des Problems mit „Korkschmeckern“ sowie der rückläufigen Anzahl der Korkeichen entwickelte der Weinsektor bereits vor Jahren alternative Verschlüsse. Glasstopfen, Synthetikkorken und Co. haben es jedoch schwer. Allein dem Schraubverschluss ist es gelungen, immer öfter den Weg auf die Flasche zu finden.

Übersicht Weinverschlüsse

Im Folgenden eine Übersicht der gängigsten Weinverschlüsse, die derzeit zu finden sind:

 

Naturkork
Naturkork

Herstellung
aus Rinde der Korkeiche
Vorteil
ermöglicht den Reifeprozess des Weines
Nachteil
anfällig auf Korkschmecker (TCA)

Presskorken
Presskorken

Herstellung
gepresstes Korkgranulat
Vorteil
Kostengünstiger als Naturkork
Nachteil
aber anfälliger für Fehler (TCA)

Schraubverschluss
Schraubverschluss

Herstellung
aus Aluminium gefertigt
Vorteil
Korkfehler sind praktisch ausgeschlossen
Nachteil
ermöglicht reduktive Töne (Schwefelgeruch)

Synthetikkorken
Synthetikkorken

Herstellung
aus Kunststoff oder Zuckerrohr („Bio-Korken")
Vorteil
selbe Eigenschaften wie Naturkorken
Nachteil
können Fremdaromen an Wein abgeben

Glaskorken
Glaskorken

Herstellung
Glas mit Kunststoffübergang
Vorteil
komplett geruchs- und geschmacksneutral
Nachteil
teuer, reduktive Töne sind möglich

Kork- Zwischen Licht und Schatten

Naturkork ist an sich der optimale Verschluss für Weinflaschen. Etwas 90 Prozent des Korks bestehen aus mit Luft gefüllten Einschlüssen. Dies hat zur Folge, dass sich der Kork sehr gut in die Flasche drücken lässt und dennoch hervorragend abdichtet. Dabei verschließt der Korken den Wein aber keineswegs luftdicht. Ein minimaler Austausch mit der Umgebungsluft gibt dem Wein Raum zur Entwicklung und wirkt so reduktiven Tönen entgegen. Genau diese geringe und hilfreiche Dosis Sauerstoff ist mit alternativen Verschlüssen so schwer zu realisieren. Aber wie bekommt Kork einen „Korkfehler“ oder auch „Korkschmecker“? Ist die Korkrinde vom Baum geschält, kann Feuchtigkeit dafür sorgen, dass der Kork zu schimmeln anfängt. Ein Abbauprodukt dieses Schimmels ist der chemische Stoff TCA (2,4,6-Trichloranisol), mit anderen Worten: „Kork“. Aber nicht nur durch Schimmel entsteht TCA, auch der Kontakt mit Chlor lässt den Kork korkig werden. Dies kann zum Beispiel durch zu chlorhaltiges Wasser bei der Reinigung der Korken entstehen.

Quelle: www.weinfreunde.de/magazin/weinwissen/korken-schraubverschluss-co-viel-diskutiert-und-zu-wenig-bedacht/ , 18.102016

Korkfehler sind kleine Teufel

Noch vor rund 20 Jahren hatten bis zu 30 Prozent aller produzierten Korken eine TCA-Infektion und wanderten unerkannt in Weinflaschen in aller Welt. Natürlich gab und gibt es Qualitätsunterschiede bei den Produzenten, aber bis heute lässt sich ein fehlerhafter Korken nicht hundertprozentig ausschließen. Die Gefahr ist also noch nicht gebannt. Allerdings existiert seit 1999 eine speziell entwickelte Analysemaschine, mit der die Produzenten fehlerhafte Korken identifizieren können. Natürlich setzt nicht jeder dieses teure Instrument ein, doch hat sich die Fehlerquote seit Einführung der Analyse auf rund 10 Prozent reduziert.

Kork & Umwelt

Artenvielfalt. Nachhaltigkeit. Umwelt.

 

Haben Sie sich einmal gefragt, woher das einmalige Naturprodukt „Kork“ stammt

Kork ist ein natürliches Produkt aus der nachwachsenden Rinde der Korkeiche. Diese wächst vor allem in Südportugal, in den „ Montado “ genannten Wäldern. Die Korkeichenwälder sind Heimat unzähliger Pflanzen und Tierarten. Sie tragen zur Regulierung des Wasserhaushaltes und zum Schutz der Böden bei. So beugen sie der Versteppung und der Ausbreitung von Waldbränden vor . Außerdem bindet der Korkeichenwald das Treibhausgas Kohlendioxid, welches für die globale Erwärmung unseres Planeten mitverantwortlich ist. Der recyclingfähige und wiederverwertbare Kork erfüllt perfekt die Forderung: „Nichts darf verloren gehen, alles soll genutzt werden“.

 

Wussten Sie schon, dass …

  • 100.000
    Menschen von der Produktion von Naturkorken leben.
  • 14 Millionen
    Tonnen CO 2 von den weltweiten Korkeichenwälder jährlich gebunden werden.
  • Korkeichenbiotope mit rund
    25.000 Arten

    die artenreichsten Europas sind.
  • 60%
    des Energiebedarfes aus erneuerbaren Energien stammen.

Wussten Sie schon, wie viele Menschen von der Korkproduktion leben?

Korkeichenwälder bilden die wirtschaftliche Lebensgrundlage für über 100.000 Menschen. Allein in Portugal sind über 28.000 Menschen im Korksektor beschäftigt. Eine nachhaltige Ökonomie : Der schonende Umgang mit Naturressourcen und der Umwelt ist wirtschaftlich unverzichtbar!

Wussten Sie schon, wie wichig Korkeichenwälder für den Artenschutz ist?

In den Korkeichenwäldern leben 24 Reptilien und Amphibienarten, über 160 Vogelarten und 37 verschiedene Säugetierarten. Die Wälder bieten einer Vielzahl bedrohter Tierarten Schutz, u.a. dem Iberischen Luchs. Diese weltweit am stärksten bedrohte Raubkatzenart zählt nur noch 150 Exemplare Die Korkeichenbiotope gehören zu den biologisch reichsten der Welt und sind gemäß der EU Habitatrichtlinie im Natura 2000 Netzwerk aufgeführt.

Wussten Sie schon, dass Korkeichen kein Feuer fangen?

Gegen die häufig auftretenden Waldbrände ist die Korkeiche bestens gerüstet. Da Kork schwer entflammbar ist , fängt der Baum kein Feuer. Die Rinde verkohlt nur außen, die Verbrennung der Rinde außerhalb von Flammen stoppt selbständig. Korkeichen gelten als traditioneller natürlicher Feuerschutz Es sind vor allem Eukalyptus Bäume und Kiefern, die Waldbrände begünstigen. Sie stocken großflächig in Monokultur und brennen sehr schnell.

Wussten Sie schon, dass ein Korken rund 6,2 g CO 2 bindet?

Naturkorken sind zu 100% natürlichen Ursprungs und der einzige 100 % ig recycelbare Flaschenverschluss. Ein einzelner Naturkorken bindet rund 6,2 Gramm des Treibhausgases CO 2 . Bei der Produktion eines Schraubverschlusses aus Aluminium entsteht 25 mal, bei einem Kunststoff Stopfen 10 mal mehr CO 2 als bei einem Naturkorken.

(Quelle: Price Waterhouse Coopers)

Wussten Sie schon, dass die Entscheidung letztlich bei Ihnen liegt?

Quelle: Recork / Amorim